Tapse
                                  Cheetah Conservation Fund

Dr. Laurie Marker mit ihrem Lieblingsgeparden
© Foto by B.Braun/AGA

1990 gründete die amerikanische Biologin Dr. Laurie Marker in Namibia den Cheetah Conservation Fund, kurz CCF, um Geparde zu erforschen, zu schützen und um sie schließlich vor der totalen Ausrottung zu bewahren. Dr. Laurie Marker arbeitete von 1974 bis 1988 an der Oregon's Wildlife Safari und kümmerte sich dort um Geparde. 1988 entwickelte sie das Internationale Zuchtbuch für Geparde. Anschließend startete sie eine Versuchsreihe, ob sich in Gefangenschaft geborene Geparde wieder in die Wildnis eingliedern lassen, flog nach Namibia und erfuhr dort von dem Konflikt zwischen Farmern und Geparde.

Acinonyx jubatus jubatus, südafrikanischer Ge
© Lothar Henke/pixelio.de

Viele Farmer verloren ihr Weidevieh durch Raubkatzen. Als Laurie Marker in Namibia eintraf, waren Löwen und Leoparden in der Nähe von Farmland bereits ausgerottet, einzig der Gepard durchstreife noch die Weideländereien der Farmer und auch um sein Überleben stand es schlecht. Dr. Laurie Marker nahm sich des Konfliktes zwischen Farmern und Geparden an und entwickelte verschiedene Programme, die ein Leben miteinander möglich machen. Sie besuchte die Farmer und konnte erreichen, dass sie sich bereit erklärten, keine Geparde mehr abzuschießen, sondern jede Geparden-Sichtung dem CCF zu melden, damit die Organisation Fallen aufstellen konnte, um die Geparden anschließend umzusiedeln.


Laufender Gepard in Namibia
© Matthias-Alexander Braun/AGA

Im Laufe der Jahre hat sich der CCF zu einer weltweit anerkannten Gepardenforschungsstation entwickelt, welche die Psychologie der Raubkatzen und ihr Verhalten erforscht. Es werden Daten über Verbreitung, Biologie, Populationsgröße und Gesundheitszustand der Großkatzen gesammelt. Durch Kamerafallen und Pfotenabdrücke hat man eine neuartige Zählmethode entwickelt. Auf dem CCF Gelände, welches circa 250 km² umfasst, werden Studien betrieben, ob sich beispielsweise das Entfernen verholzter Buschvegetation positiv auf das Leben der Geparde auswirkt und ihnen dadurch die Hetzjagd erleichtert wird.


Kangal Hunde bewachen eine Ziegenherde vor Geparde
© Rob Thomson/CCF

Farmen werden eingezäunt, neue Naturschutzgebiete geschaffen und besonders das Livestock Guarding Dog Programm, das 1994 entstand, fand weltweit Beachtung. Ein Türkischer Herdenschutzhund, der Kangal, schützt seit einigen Jahren den Viehbestand der namibischen Farmer. Die robuste, aus Zentralanatolien stammende Hunderasse ist kräftig, schnell und mutig. Kangals sind an Menschen gewöhnt und wissen um ihre Aufgabe als Schutzhunde des Viehbestandes. In ihrem Heimatland, der Türkei, werden sie eingesetzt, um das Vieh gegen Bären und Wölfe zu verteidigen. Nähert sich ein Raubtier der Viehherde, kennt der Kangal keine Furcht, sondern läuft dem Raubtier mutig bellend entgegen, um es zu vertreiben. Da sich Geparde auf keine Konfrontation einlassen, zeigte diese Schutzmaßnahme sofortige Wirkung. Der Kangal ist jedoch nicht für eine Konfrontation trainiert.


Kangalwelpen
© Rob Thomson/CCF

Die Ausbildung eines Herdenschutzhundes ist sehr langwierig und dauert ungefähr 2 - 3 Jahre. Mit circa 8 Wochen werden die Herdenschutzhunde in die Viehherden eingegliedert und lernen von ausgebildeten Trainern, wie sie sich bei Gefahr zu verhalten haben, um die Viehherde vor Raubtieren zu schützen. Seit 2008 züchtet der Cheetah Conservation Fund selbst die anatolischen Hirtenhunde und vergibt sie an bedürftige Farmer.


AGA

Ein Gepard des Cheetah Conservation Fund mit seine
© Matthias-Alexander Braun/AGA

AGA e.V., die Aktionsgemeinschaft Artenschutz, ist die deutsche Partnerorganisation des Cheetah Conservation Fund, CCF. AGA unterstützt die Arbeit des CCF,  wildlebende Geparde in Namibia und in weiteren afrikanischen Staaten zu schützen. Ziel ist es, verwaiste und verletze Geparden unter Obhut zu nehmen, um ihnen Betreuung und medizinische Versorgung zuteil werden zu lassen. Ferner soll der Konflikt zwischen Farmern und Geparden durch verschiedene Projekte beigelegt werden.

AGA setzt sich weltweit für die Rettung bedrohter Tierarten ein. Ob Elefanten, Koalas oder die letzten Schildkröten Griechenlands.

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