Raubkatzenspuren
                        Schutzorganisationen

Geparde sind international geschützt
© Kirsten Stäber

Es gibt viele Organisationen in Afrika (Namibia, Botswana, Kenia,  Tansania, Südafrika) die sich vor Ort auf den Schutz und den Erhalt der Gepardenpopulation spezialisiert haben. Fast alle Organisationen arbeiten eng mit internationalen  Wissenschaftlern und Forschungsinstituten zusammen und unterstützen deren Projekte, die sich mit der Untersuchung der Lebensweise und dem Verhalten der Geparde sowie deren Genetik beschäftigen.


Cheetah deWildt Center

Ein aufgewecktes Gepardenbaby im Cheetah DeWild Ce
© Cheetah deWildt

Das Ann van Dyk Cheetah Center, vormals unter dem Namen De Wildt Cheetah Center bekannt, wurde 1971 in Südafrika von Ann van Dyk gegründet. Zu Ehren seiner Gründerin trägt es nun ihren Namen. Es hat den Schutz der edlen Raubkatzen zur Aufgabe, um das langfristige Überleben der Gepardenpopulation in Südafrika zu sichern. Schnell kam eine Gepardenzucht hinzu und bislang erblickten dort über 800 Gepardenbabys das Licht der Welt. Das Ann van Dyk Cheetah Center macht die südafrikanische Öffentlichkeit durch verschiedene Projekte und Besuche von Schulen auf die Notwendigkeit aufmerksam, diese Raubkatzen zu schützen, um sie in Südafrika auch für die kommenden Generationen zu erhalten. Das Center liegt circa 45 Minuten von Pretoria entfernt in einer wunderschönen Landschaft, wo die Geparde frei leben und frei jagen und dennoch aus nächster Nähe beobachtet werden können. Dies ist nicht nur für Forscher und Biologen eine sehr interessante Begegnung. Das Ann van Dyk Cheetah Center erhält keine staatlichen Förderungen, sondern finanziert seine Projekte aus den Einnahmen geführter Touren für Besucher und der Beherbergung von „Gepardenfans“ in eigenen Lodges.

AfriCat Foundation

Eingangsschild vorm Geländes von AfriCat, die
© Lothar Henke/pixelio

1970 ließ sich die Familie Hanssen in Okonjima nahe der Stadt Otjiwarongo nieder, um Viehzucht zu betreiben. Doch immer wieder fielen Raubkatzen über das Vieh her. Erste Schutzmaßnahmen wurden ergriffen und Mütter mit ihren Kälbern  in gesonderten Gehegen untergebracht, um die Kälber nicht gleich wieder an die Raubkatzen zu verlieren. Wayne, der Sohn der Hanssens, beschäftigte sich näher mit dem Mensch-Raubkatzen-Konflikt wie auch mit dem Schutz des Ökosystems und der Raubkatzen. 1993 wurde die AfriCat Foundation gegründet zur Erhaltung der afrikanischen Raubtiere: Leoparden, Löwen, Wildhunde, Hyänen und Geparden. Auf einem 55.000 Hektar großen Gebiet werden verletzte Raubkatzen gepflegt und verwaiste Tiere unter Obhut gehalten. Inzwischen blüht auch ein kleiner Tourismus auf dem Gebiet, um die Tierschutzausgaben zu finanzieren. In den letzten 20 Jahren wurden über 1.000 Leoparden und Geparden vor dem Tod bewahrt und ein großer Teil von ihnen – über 85 % – konnten sogar wieder ausgewildert werden. Die AfriCat Foundation konzentriert sich zusätzlich auf Forschung und Rehabilitation sowie auch auf Bildung und soziale Unterstützung.

Otjitotongwe Cheetah Park

Zwei Geparden auf Streifzug in der Wildnis Namibia
© Otjitotongwe Cheetah Park

Der Otjitotongwe Cheetah Park befindet sich im Nordwesten Namibias und wurde 2006 von dem Farmerssohn Mario Nel gegründet. 1994 rissen Geparde auf der Farm seines Vaters 38 Ziegen und Schafe. Doch anstatt die Geparden zu erschießen, wie das damals in Namibia üblich war, entschloss sich Farmer Tollie Nel die Geparden einzufangen und umzusiedeln. Doch die Umsiedlung in afrikanische Nationalparks gestaltete sich als sehr schwierig. Zwar bekundeten einige Nationalparks Interesse, doch namibische Gesetze verboten die Ausfuhr.

Gepard im Otjitotongwe Cheetah Park
© Otjitotongwe Cheetah Park

Eine der auf Ausreise wartenden Gepardinnen war trächtig und gebar 5 Jungtiere. Fasziniert von den kleinen Raubkatzen, beschloss Tellie Nel sich dem Gepardenschutz anzuschließen und alle eingefangenen Geparde zu behalten. Der Farmer errichtete auf seinem Grundstück ein Gepardengehege, welches im Laufe der Jahre immer wieder vergrößert wurde, auf schließlich 250 Hektar. Auf der Farm leben über 20 Geparde und es gab auch schon reichlich Nachwuchs. Haben Nachbarfarmen Probleme mit Geparden, wird Farmerssohn Mario Nel gerufen, um die „Problemgeparden“abzuholen.


N/A‘ an ku se Wildlife Conservation

Ein Gepard bekommt Augentropfen
© N/Aan ku se

2007 gründeten Marlice van Vuuren und Dr. Rudie van Vuuren  in Namibia das Wildtierreservat N/A‘an ku se zur Erforschung und zum Schutz  bedrohter Tierarten. Ungefähr  40 km östlich der Hauptstadt Windhoek,  auf einem 3200 Hektar großen Farmgelände, liegt  N/A‘an ku se Wildlife Conservation. Dort wurden schon sehr viele Filme gedreht für Werbung, TV und Kino. 2003 drehte Angelina Jolie auf N/A‘an ku se und freundete sich mit Marlice van Vuuren an. Die Freundschaft hat bis heute Bestand und es erfolgten viele Besuche des Paares Jolie/Pitt. Deren 2010 gegründete "Shiloh Jolie-Pitt-Stiftung" engagiert sich weltweit für den Tierschutz und unterstützt auch Projekte von N/A‘an ku se. Besonders der Schutz von Geparden liegt den Begründern von N/A' an Ku se am Herzen. 2008 begann das Forschungsprogramm Tracking Cheetah. Auf namibischem Farmland wurden alle eingefangenen Geparde mit einem Sendehalsband ausgestattet und zurück in die Wildnis entlassen,  in entfernter gelegene Nationalparks. So ließen sich die Wanderwege der Geparde leicht verfolgen und es wurde ermittelt, welche Tiere auf Farmgrundstücke zurückkehrten.

Geparden-Fußspuren werden registriert und aus
© N/A'n ku se

Heute gibt es eine andere, weitaus effizientere Methode, um die Wanderwege der Geparde zu ermitteln und die Tiere zu zählen. Der aus Berlin stammende Diplom-Biologe Florian Weise arbeitet seit Anfang 2010 an einem sehr außergewöhnlichen Projekt: er fotografiert Geparden-Fußspuren. Eine Software, entwickelt von den Forschern Zoe Jewell und Sky Alibhai,  ermöglicht es, die eingegebenen Daten auszuwerten und zu speichern.  Anhand eines Fußabdruckes kann das Alter, die Größe sowie das Geschlecht eines Tieres bestimmt werden und ob es sich um ein bereits bekanntes Tier handelt.





Aus dem höchsten Punkt der mittleren Zehe und dem untersten Punkt der Verse wird mathematisch das geometrische Profil für jeden Tierfuß ermittelt. Durch diese neue Software entfällt das Einfangen eines Tieres, um es zu registrieren; Wildtierzählungen könnten zukünftig viel leichter durchgeführt werden, was eine enorme Erleichterung für die Wissenschaft bedeutet. Auch Farmer unterstützen das Projekt und sind mit dem Fotoapparat zur Stelle, wenn sie auf ihrem Land Gepardenspuren entdecken.


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