Raubkatzentritt
                                Ausrottung der Geparde

Ein Gepard streift im hohen Gras umher
© Tierpark Nadermann/ Thomas Finke

Vor ungefähr 30.000 Jahren lebten die großen Katzen der Gattung Acinonyx jubatus  auf fast allen Kontinenten, in Europa, Amerika, Asien und Afrika. Dann wurden die Raubkatzen, aus unerklärbarer Ursache, plötzlich fast ausgerottet. Vermutlich raffte eine Seuche oder ein Klimawandel den größten Bestand dahin. In Europa und Amerika verschwand der Acinonyx jubatus ganz. In Asien und Afrika überlebte jedoch eine kleine Population, die sich zunächst erholte, bis der Mensch die schöne gefleckte Raubkatze für sich entdeckte und die Geparden-Dezimierung wieder von Neuem begann.

Ein Gepard jagt einen Vogel
© s3chaos

Um 3500 v. Chr. erkannte der Mensch, dass der Gepard leicht zu zähmen ist und sich zur Jagd abrichten lässt. Fortan wurden die sanften Raubkatzen verfolgt wie kaum ein anderes Tier. Sie landeten in Gefangenschaft oder wurden wegen ihres schönen Fells, mit dem sich hohe afrikanische Tempelpriester und Würdenträger schmückten, getötet. Anfang des 15. Jahrhundert wurde es Mode, Geparde nur so zum Vergnügen abzuschießen, um sie als Trophäe zu präsentieren. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts dezimieren Farmer in Namibia die gefleckten Katzen, um ihre Viehbestände zu schützen.


Geparde sind stark vom Aussterben bedroht
©Kirsten Stäber

Geparde bevölkerten zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch ganz Afrika, mit Ausnahme der Regenwälder am Äquator oder der Sahara. Ebenso kamen Geparde auf der Arabischen Halbinsel vor und in weiten Teilen Asiens, wie in Afghanistan, Israel, Iran, Irak, Indien,Pakistan, Palästina, Syrien und in Zentralasien bis hin zum Aralsee. Beute war reichlich vorhanden und die Reviere, durch welche die Geparde streiften, waren noch länderübergreifend. Nur 100 Jahre später, im beginnenden 20. Jahrhundert, lebten noch etwa 100.000 Geparde in 40 Ländern, von Südafrika bis zum Mittelmeerraum, auf der  Arabischen Halbinsel, in Indien, Israel, Afghanistan, Syrien, Irak und im Iran. Der Menschheit ist es innerhalb eines Jahrhunderts gelungen, den Gepard durch exzessive Jagd an den Rand der Ausrottung zu treiben, was sich auch im darauf folgenden Jahrhundert nicht geändert hat.


Zwei Geparden auf einer Schotterpiste im afrikanis
© Lothar Henke/pixelio.de

Um 1850 starb der Gepard in Turkmenistan aus. 1950 verschwand der letzte Gepard in Indien. Seit 1952 wurden in Israel keine Geparde mehr gesichtet und in Pakistan und Afghanistan gilt die Raubkatze seit 1985 als ausgestorben. Nur im Iran hatten die Geparde der Gattung Acinonyx jubatus venaticus ein Ruckzugsgebiet, so dass eine kleine Anzahl von etwa 100 Tieren, so die Schätzungen der iranischen Behörden, am Rande der Salzwüste Dasht-e-Kavir  überlebte. Im Iran sind die großen Katzen seit einigen Jahren streng unter Schutz gestellt. Weltweit wird heute, im 21.Jahrhundert, die Zahl der in der Wildnis lebenden Geparde auf etwa 12.000 geschätzt, verteilt auf 24 Länder. Namibia beherbergt die größte Geparden-Population von circa 3000 Tieren, gefolgt von Botswana, Kenia, Tansania und Südafrika. Die geringsten Populationen der Raubkatze finden sich in Angola, Somalia, Uganda, im Tschad und im Sudan. In Algerien, Libyen, Marokko und dem Senegal wurden in den letzten Jahren keine Geparde  mehr gesichtet.


Gepardenfell bei einem Händler in Djibouti
© Zoo Landau

Mit dem internationalen Artenschutzabkommen CITES konnte der Handel mit Geparden weltweit untersagt werden. Am 1. Juli 1975 wurde der Gepard in die Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten aufgenommen. Dennoch wird die schöne gefleckte Raubkatze in einigen Ländern Afrikas weiterhin gejagt und getötet – entweder weil der Mensch den Lebensraum der Tiere für sich beansprucht oder weil Farmer und Nomaden ihren Viehbestand schützen wollen. In einigen arabischen Staaten ist es gerade groß in Mode, sich einen zahmen Geparden im Haus zu halten. Die Raubkatzen werden in Afrika illegal eingefangen, nach Somalia oder Djibouti gebracht und dort auf Schiffe verfrachtet. Sie sind in engen Käfigen untergebracht und während der Reise sich selbst überlassen. Viele Tiere sterben auf der Überfahrt auf die Arabische Halbinsel.  All dies geschieht, obwohl die Einfuhr von Geparden offiziell in den Arabischen Emiraten verboten ist.


Gepardenfell bei einem Händler in Djibouti

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