Der Gepard - Des Schöpfers Meisterwerk

Der Gepard ist ein Meisterwerk der Schöpfung

Wie entstand dieses Meisterwerk der Natur ?

Am siebten Tag der Schöpfung gedachte Gott zu ruhen. Doch um die Mittagszeit plagte ihn bereits fürchterliche Langeweile. Er sah hinunter auf die Erde, auf die von ihm erschaffene Vegetation, und setzte mitten in eine grasbedeckte Ebene einen kleinen lehmigen, ockerfarbigen Erdhügel hinein.

Der Hügel schlug langsam die Augen auf und reckte und streckte sich.  Wohligen Gemüts blickte er über die Landschaft. Plötzlich erschrak der Hügel, weil er mit Entsetzen feststellte, dass er weit und breit die einzige Erhebung war.

Sofort kam die Beschwerde beim Schöpfer. „Was soll das? Warum bin ich  ganz alleine hier und warum sehe ich so kahl und eintönig aus?“

Der Schöpfer grübelte:„Hmm… du bist halt eben etwas Besonderes.“

„Wie…, ich etwas Besonderes?“, fragte der Hügel verwirrt. „Was, bitte schön, ist an einem Erdhügel besonders?“

Gott erbarmte sich. „Na gut, ich forme dich etwas höher und gebe dir ein paar nette Bewohner. Termiten wären wohl das Richtige.“

Der Lehmhügel schüttelte sich vor Ekel und war erbost. „Ungeziefer…?! Du bestückst mich mit ordinärem Ungeziefer? Nein, danke! Lass dir bitte  passendere Bewohner für mich einfallen.“

Doch Gott hatte seinen Entschluss gefasst, zückte den Schöpfungsstab und schon wuselte eine Termitenfamilie durch den Hügel.

„Das ist nicht nett von dir!“, beschwerte sich der Hügel schmollend, atmete tief durch, um sich dann ganz klein zu machen.“

Dem Schöpfer missfiel die Reaktion des Hügels. Er wurde ärgerlich. „Du zerquetschst meine Termiten.“

„Na und! Ich will sie nicht“, brummte der Hügel beleidigt.

Gott schob ein paar Wolken zur Seite, blickte hinunter auf die Erde und musste schließlich schmunzeln. „Du besitzt großen Mut, kleiner Hügel. Das lobe ich mir und deshalb will ich dic hnun wirklich zu etwas Besonderem erheben.“

Der Hügel horchte neugierig auf, während die Termiten verschwanden. „Na also, geht doch“, freute er sich und reckte sich ganz groß gen Himmel.

„Ich erhebe dich in den Naturadelstand eines Throns für  das Schönste all meiner  Geschöpfe.“

„Wow…“, der Hügel war baff.„Dann bin ich ja wirklich etwas Besonderes. Diene ich einem Löwen als Thron?“

„Nein, der wird nachher zu hochnäsig, wenn ich ihm zu seinem Status König derTiere auch noch einen Thron gebe. Lass mich überlegen…“

Der Hügel fiel dem Schöpfe rins Wort: „Ein mittelgroßes Tier hätte ich gerne, von sportlicher Natur, wunderschön und sanft.“

„Mal schauen, was sich machen lässt.“ Der Schöpfungsstab berührte kurz die Erde und keine Sekunde später lag vor dem Hügel eine schlanke  große Katze mit einem langen Schwanz.

Der Hügel staunte. „Eine Katze?! Für den Anfang nicht schlecht. Schlank und mittelgroß stimmt. Aber das Tier ist ja kreidebleich und völlig nackt! Da müssen wir noch dran arbeiten. Als schön ist diese Kreatur wahrlich nicht zu bezeichnen. Dann zück mal deinen Zauberpinsel.“

Die Katze erhob sichelegant und geschmeidig, gähnte und streckte die Vorderbeine aus.

„Als erstes geben wir der Katze scharfe Krallen“, beschloss der Hügel, „dann kann sie gleich auf den gegenüberliegenden Baum klettern.“

Es zischte kurz unter den Pfoten der Katze, diese sprang erschrocken hoch und wetzte sich sogleich die Krallen im Gras.

„Sehr gut“, befand der Hügel und wünschte sich: „Jetzt kann die Katze die Krallen wieder einziehen.“Doch das tat die Katze nicht.

Der Schöpfer überlegte:„ Wie war doch gleich die Formel für einziehbare Krallen? Sie ist mir glatt entfallen!“

„Egal, nun zieh der Katze endlich etwas an. Ein weicher Pelz soll es sein, der ihre Haut nachts vor der Kälte schützt und tagsüber vor den Strahlen der Sonne.“

Der Schöpfungsstab zielte auf die Katze und überzog sie mit einem  langhaarigen Pelz.

„Nein, das ist entsetzlich“,legte der Erdhügel sogleich sein Veto ein. „Mach das Fell kürzer. So einem zotteligen Monster diene ich nicht als Thron.“

Der Schöpfer seufzte zwar: „Na schön.“, doch er wurde langsam ungeduldig: „Heute ist eigentlich mein Ruhetag“, fügte er noch hinzu, ging aber sogleich ans Werk.

„Ja, so gefällt mir dasTier schon besser. Ein kurzes, weiches Fell, das steht der Katze gut. Wo ist der Pinsel? Auf das wir diese wunderbare Kreatur bemalen! Welche Farbe geben wir dem Fell? Gelb?“

„Nein, die Farbe zeichnet schon den Löwen. Ich habe keine Farbe mehr, die noch nicht eines meiner Tiere schmückt.

„Dann mix mal was zusammen. Oder hast du keinen Mixer da oben? Ein Gemisch aus beige und braun, mit einem Spritzer orange passen gut in die Landschaft hinein.“

Der Pinsel fuhr schwungvoll über Kopf und Rücken der schnurrenden Großkatze und der Hügel jubelte: „Fantastisch! Was so ein bisschen Farbe doch gleich ausmacht. Vergiss den Schwanz nicht.“

Das Fell war rasch bemaltund beide bestaunten ehrfurchtsvoll das Werk der Schöpfung. Gott war zufrieden, der Erdhügel jedoch noch nicht. „Irgendwie sieht das Getier zu eintönig aus.“ Und er überlegte, wie die Katze noch zu verschönern sei. Schließlich kam ihm die Idee: „Male der Katze ein paar schwarze Querstreifen ins Fell, als Kontrast.“

„Nein, schwarze Streifen hat doch schon der Tiger.“

„Dann zeichne grüneSchnörkel in den Pelz.“

Gott lachte: „Ich leide doch nicht an Geschmacksverirrung. Die Katze würde rasch zum Gespött der anderen Tiere werden. Aber ich habe eine Idee…“

Wieder schwebte der Pinsel auf die Erde hernieder und malte viele schwarze Tupfen auf das beige-braun-orange Fell des Tieres.

„Nun, wie findest du meine Kreation?“, fragte der Schöpfer den Erdhügel, vollkommen zufrieden mit seinemWerk.

„Klasse. Aber etwas fehlt noch. Das Gesicht sieht so langweilig aus, besonders um die Augen herum. Und die Nase ist viel zu hell.“

„Dem kann ich Abhilfe verschaffen“,versprach der Schöpfer. Zuerst gab er der Katze  eine schwarze Nase und alsdann bernsteinfarbene Augen.“

„Nicht schlecht, aber dennoch schauen die Augen etwas ausdruckslos drein. Kannst du sie bitte noch schwarz umranden!“

Der Pinsel tauchte abermals in den Farbeimer und die Hand des Schöpfers umrandete das erste Katzenauge mit einer feinen schwarzen Linie. Doch plötzlich musste der Schöpfer niesen. Der Pinsel rutschte ab und zog einen Strich vom Augenwinkel bis hinunter zum Mundwinkel. 

Der Erdhügel war entsetzt. „Hey, du bist abgerutscht. Das arme Vieh! Wie sieht es aus? Mitten im Gesicht ein Strich vom Auge bis hinunter zum Mundwinkel. Das ist totaler Pfusch.“

„Wieso, das sieht doch ganz nett aus“, verteidigte sich der Schöpfer. „Einen schwarzen Streifen im Gesicht hat noch keines meiner Geschöpfe.“

„Dann bemale die andere Seite auch noch mit einem Strich. So sieht es wenigstens gleichmäßig aus und niemand merkt, dass dir ein Unglück passiert ist. Pfusch im Tierreich kommt nicht gut an. Perfektion in höchstem Maße ist angesagt.“

Gott hob den Kopf der Katze an und malte auf der anderen Seite das Pendant unter der aufmerksamen Beobachtung des Erdhügels.

„Nun bin ich zufrieden. Das Tier ist so, wie ich es mir wünschte: Mittelgroß, sportlicher Natur, sanft und wunderschön. Gott, das hast du gut gemacht. Aber welchen Namen hat das Tier?“

„Ich taufe die Katze aufden Namen Acinonyx jubatus. Das ist altgriechisch. Eine Sprache, die ich später einmal erfinden werde. Acinonyx jubatus bedeutet soviel wie: Nichteinziehbare Kralle.“

„Das ist mir zu kompliziert. Ich nenne das Tier Cheetah, der Gefleckte.“

Der Cheetah sah sich um, stolzierte auf den Erdhügel zu, um sich sogleich auf ihm niederzulassen, wie Gott es prophezeite.  Somit hatte der Erdhügel  seinen Status als Thron für das wohl schönste und anmutigste Tier aus Gottes unendlicher Schöpfung inne.

„Ich habe noch eine Überraschung für dich, kleiner Erdhügel. Du wirst gleich mächtig staunen.“

Plötzlich erschien wie aus dem Nichts eine Gazellenherde. Der Cheetah spitzte die Ohren, riss die Augen weit auf und spähte in die Herde. Eine Weile blieb er unbeweglich sitzen, setzte sich dann langsam im Schleichgang in Bewegung, um keine Sekunde später mit unglaublicher Geschwindigkeit der davoneilenden Herde hinterherzujagen.

„Was ist der Cheetah nur für ein schnelles Tier...?“ Der Erdhügel geriet wahrhaftig ins Staunen.

„Das schnellste unter dem Horizont“, triumphierte der Schöpfer.

Dem Erdhügel fiel auf: „Du hast vergessen den Bauch des Cheetah zu bemalen.“

Aber der Herr der unendlichen Schöpfung hatte genug getan. „Ich habe jetzt Feierabend, der Bauch bleibt weiß.“

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