EEP Europäisches Erhaltungszuchtprogramm

Cheetah, Acininyx jubatus jubatus, im Zoo
© Tierpark Nadermann/ Thomas Finke

1985 startete das EEP (Europäische Erhaltungszuchtprogramm) seine ersten Projekte zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Das EEP ist eine zentrale Verwaltungsstelle, welche die Koordination von europäischen Zuchttieren streng überwacht, damit in den Zoos, Tierparks und Tiergärten eine ausreichende genetische Diversität erhalten bleibt. So kann auf weitere Tierentnahmen aus der Wildnis verzichtet werden, welche der Blutauffrischung dienen.

Allerdings sind nicht alle europäischen Zoos oder Tierparks dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm angeschlossen.


Zuchtbuch

Gepard Zoo Landau
© Kirsten Stäber

Für jede Tierart gibt es kontinental und international ein eigenes Zuchtbuch. Geführt wird dieses Zuchtbuch von einem Koordinator, der für die Koordination der ihm zugeteilte Tierart verantwortlich ist. Zuchtbücher erfassen die Population einer Tierart, die unter menschlicher Obhut steht. Derzeit gibt es in Europa 170 Koordinatoren, welche für die unterschiedlichsten Populationen zuständig sind. Die Aufgabe eines Koordinators ist es, die Tierpaarung europaweit zu steuern, damit Inzucht so weit als möglich, vermieden wird.


Gepardenbaby unter einem Safarijeep
© Alf Drosdziok

Für die in europäischen Zoos gehaltenen südafrikanischen Geparde ist Dr. Jacques Kaandorp zuständig (Safari Park Beekse Bergen, NL, Stand 2010). Er entscheidet, welche Geparde Nachwuchs haben dürfen und organisiert den Austausch der Tiere europaweit, um einen optimalen Genpool herzustellen.

Für die nordostafrikanische Unterart der Geparde, den Sudangepard, existiert  ein eigenes Zuchtbuch.

Das Internationale Zuchtbuch für alle Geparde koordiniert der CCF in Namibia.

Unter diesem Link können die Internationalen Zuchtbücher für Geparde von 2001 bis 2008, des Cheetah Conservation Fund, eingesehen werden.


www.cheetah.org/?nd=international_cheetah_studbooks
Gepardenmutter mit ihrem prächtigen Nachwuchs
© Zoo Basel

Das Zuchtbuch für den Gepard gibt es seit 1992. Jeder neugeborene Gepard wird in  das Geparden-Zuchtstammbuch eingetragen, mit Hinweis auf Eltern, Großeltern und deren Vorfahren. Für viele vom Aussterben bedrohte Tierarten ist der Zoo vielleicht die einzige Überlebenschance. In Zoos geborene Geparde lassen sich nicht auswildern, da sie von der Mutter nicht das Jagdverhalten erlernen, das bei Geparden nicht angeboren ist.

EEP ist dem Europäischen Zooverband EAZA, European Association of Zoo and Aquaria, angeschlossen und folgte dem Vorbild des amerikanischen Zooverbandes AZA.


EAZA

Gestreifter Königsgepard
© Klaus Jost

Der Europäische Zooverband (European Communita Association of Zoo and Aquaria) wurde 1988, von 18 Zoos und Tiergärten aus 8 europäischen Staaten, gegründet. Einmal jährlich findet eine Konferenz statt, auf der Artenschutzprobleme erörtert werden und auch welche Tiere besonderen Schutz benötigen. 2010 gehören dem Europäischen Zooverband über 300 Zoologische Gärten an, aus Europa und dem Nahen Osten.

WAZA

Gepard schleckt sich mit der Zunge die Nase
© Tierpark Nadermann/ Thomas Finke

1935 gründeten in Basel einige Zoodirektoren die Internationale Vereinigung der Direktoren Zoologischer Gärten, IUDZG. Im Jahr 2000 wurde die IUDZG in WAZA, Weltverband der Zoos und Aquarien, umbenannt. Der WAZA koordiniert weltweit die Zuchtbücher und legt auch mit fest, welche Tiere als bedrohte Tierart eingestuft werden, die es besonders zu schützen gilt. Er fördert die Zusammenarbeit zwischen den internationalen Zoos, was den Erhalt und die Zucht der Tierarten anbelangt und ermahnt die Zoos, den Tierschutz und eine umweltgerechte Tierhaltung zu beachten. Ferner fördert der WAZA den Arten- und Umweltschutz.


CITES

Ein Gepard mit einem Beutestück auf einer nam
© Matthias-Alexander Braun/AGA

CITES, Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, ist eine internationale Organisation, die sich mit dem internationalen Handel von gefährdeten Tieren und Pflanzen befasst. 1973 wurde in Washington das erste Artenschutzabkommen unterzeichnet, das den Handel mit vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten weltweit untersagt, beziehungsweise soweit kontrolliert, das der Naturbestand nicht gefährdet wird. 80 Staaten nahmen damals an der Konferenz teil. Inzwischen ist die Anzahl der Mitgliedsstaaten auf 175 angewachsen.


Cheetah Acinonyx jubatus soemmeringii
© Zoo Landau

Alle Mitgliedsstaaten haben das Ziel, über 8.000 Tierarten und circa 40.000 Pflanzenarten weltweit zu schützen. Jährlich werden neue Tier- und Pflanzenarten der Liste der vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten hinzugefügt. Die Mitgliedsstaaten treffen sich regelmäßig, um die bestehenden Regeln zu überarbeiten und zu ergänzen.

2010 fand die Konferenz in Doha (Qatar) statt,  mit dem Ergebnis, dass der Handel mit Elfenbein weiterhin untersagt bleibt. Auf den Schutz des vom Aussterben bedrohten Thunfisches konnte man sich jedoch nicht einigen.


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