Tatze
                      Gezähmte Jagdgeparden
                                       

Sitzender Gepard
© Ulla Trampert/pixelio.de

Wer einen Gepard bei der Jagd beobachtet, kann sich der Faszination dieser Jagdszenen kaum entziehen. Mit hoher Geschwindigkeit und geschmeidigen Bewegungen verfolgt die Raubkatze ihre Beute  und bringt diese, durch einen Tritt in den Hinterlauf, schnell zu Fall. Ein listiges Meisterwerk der Evolution, das im Tierreich einmalig ist. Die Faszination Gepardenjagd fesselte bereits vor 5.000 Jahren die alten Sumerer. Durch Aufzeichnungen auf Tontafeln sowie durch Knochenfunde in dem einst bewohnten Gebiet ist hinterlegt, dass die Herrscher der vorderasiatischen Stämme Geparden hielten und zur Jagd abrichteten, wie Jagdhunde.


Laufender Gepard
© Cheetah deWildt

Geparde waren damals in Vorderasien, Zentralasien und Indien zahlreich vertreten. Die Raubkatzen wurden eingefangen, was durchaus einige Monate in Anspruch nahm, da sich Geparden nicht so einfach in eine Falle locken ließen, gezähmt und abgerichtet. Die Zähmung eines Cheetah dauerte ungefähr 3 Monate. Während dieser Zeit hielt man die Tiere in Ställen. Bevor sich eine Jagdgesellschaft auf den Weg machte, wurden Kundschafter ausgesandt, die das Wild aufspürten. Kehrten sie zurück, holte man die Geparden aus den Ställen, leinte sie an und zog ihnen eine Haube über den Kopf, um zu verhindern, dass die Tiere unruhig wurden. Transportiert wurden die Geparden auf einem zusätzlichen Karren, der hinter der adeligen Jagdgesellschaft her fuhr. Kam das Jagdwild in Sichtweite, wurden den gefleckten Raubkatzen Hauben und Leinen abgenommen und die Hetzjagd begann.

Zwei Geparden auf der Jagd
© Ulla Trampert/pixelio.de

Die Orientalen betrachteten die Gepardenjagd als sportliches Freizeitvergnügen, als Spiel des Jagens.

Zur Nahrungsmittelbeschaffung diente die Gepardenjagd nicht. Schon damals erkannte man, dass nur in Freiheit geborene Tiere die Jagdfähigkeit besaßen, welche sie von der Mutter erlernten. Deshalb bediente man sich immer wieder in der Natur, um den Bedarf an Jagdgeparden zu decken.

Gepard
© Kirsten Stäber

Circa 1500 v. Chr. entdeckten auch die ägyptischen Pharaonen die wilde gefleckte Katze als Haustier und Jagdgehilfen. Die legendäre ägyptische Pharaonin Hatschepsut unternahm sogar ausgiebige Reisen in das Landesinnere, um die großen schwarz gefleckten Katzen in freier Wildbahn zu beobachten und hielt selbst auch einige Geparde in ihrem Palast. Für das einfache Volk war jenes Haustier allerdings unerschwinglich. Lediglich der hohe Adel konnte sich diese exotischen Hausgenossen leisten. Gepardenfänger und Händler genossen hohes Ansehen, denn nur einem von den Göttern Auserwählten konnte es gelingen, Geparden zu fangen und zu zähmen, so flüsterte sich das ägyptische Volk.


Gepardendame Caohime steht auf einem Baum, Zoo Kre
© Dietmar, Zoo Krefeld, Caohime

Aber nicht nur die Sumerer und die alten Ägypter hegten eine Vorliebe für die schönen Katzen. Auch in Persien und Indien streifte die große gefleckte Katze im Laufe der Jahrhunderte durch die Paläste der Herrscher. Die persischen Könige waren stolz auf ihre Gepardenhaltung und der indische Mogul-Kaiser Akbar soll um 1580 sogar mehrere Tausend Geparde besessen haben, über die er auch Aufzeichnungen anfertigen ließ. Da immer mehr Nachschub gebraucht wurde, ging die Population der Geparde in Asien  damals schon stark zurück. 


Gepardenporträt
©Kirsten Stäber

Natürlich faszinierte diese charismatische Raubkatze auch die Europäer. Alexander der Große hatte eine Vorliebe für exotische Tiere und ließ während seiner Eroberungsfeldzüge um 335 v. Chr. einige Geparden nach Europa bringen. Kaiserin Poppaea, Gattin des römischen Herrschers Nero, hielt sich um 60 n. Chr. ein Gepardenpärchen und führte es immer an der Leine mit sich. Die Villen und Landsitze des römischen Adels füllten sich alsbald mit Geparden. So bekam beispielsweise Kaiser Leopold I. von Österreich um 1700 zwei Jagdgeparden vom türkischen Sultan geschenkt.


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