Katzentatze
                                               Gepardenkonflikt  in Namibia

Eine Rinderherde in einem Gehege in Namibia
© Dieter Schütz/pixelio.de

In Namibia gibt es über 6.000 Nutzviehfarmen, die sich auf einem Gebiet von über 36 Millionen Hektar verteilen und somit 43 % der Landesfläche Namibias einnehmen. Auf diesem Gebiet leben gleichzeitig 80 % der Wildtierbestände und 90 % aller Geparden, circa 3.000 Kater und Katzen. Namibia wird auch als "Gepardenland" bezeichnet, da die natürlichen Feinde des Geparden, Löwen und Hyänen, dort fast ausgerottet sind, mit Ausnahme einiger weniger Naturschutzgebiete. Somit kann sich die Gepardenpopulation auf natürliche Art bestens fortpflanzen. Die Gepardenzucht ist in Namibia übrigens streng verboten.

Ein Gepard auf namibischem Weideland
© Foto by Zoo Landau

Im Jahr 1967 erließ der Staat Namibia ein Gesetz, welches festlegt, das der Wildtierbestand auf Farmland in den Besitz des Farmeigentümers übergeht. Farmer jagten nun selbst oder erteilten, meist ausländischen, Jägern eine Abschussgenehmigung für den auf ihrem Land lebenden Wildtierbestand. Darunter fielen nicht nur Huftiere, sondern eben auch Raubkatzen. Daraufhin ging die Wildtierpopulation auf kommerziell genutztem Weideland stark zurück. Die gepardenfeindlichen Raubkatzen, wie Löwen, Hyänen und der Leopard auf genutztem Weideland, verschwanden irgendwann ganz. Das schuf wiederum ideale Bedingungen für das Überleben der Geparde und sie begannen sich wieder stärker zu vermehren.

Namibia ist Gepardenland
© Lothar Henke/pixelio.de

Früher zogen die Geparde im Laufe der Jahreszeiten mit den Herden zu neuen Weideplätzen, bis die Farmer begannen, Wasserlöcher für ihre Herden anzulegen. Somit ermöglichten die Farmer den Geparden und ihren Beutetieren, das ganze Jahr über zu bleiben.

1980 suchte eine Dürreperiode das südwestafrikanische Land heim. Viele Huftiere, die Beutetiere der Geparde, starben, weil die Nahrungsressourcen nichts mehr hergaben, oder wurden von Farmern abgeschossen, weil sie das Weideland des Nutzviehs sowie die letzten verbliebenen Wasserstellen aufsuchten. Die Geparde folgten natürlich ihren Beutetieren und begannen schließlich auf den Farmen das Nutzvieh wegender Nahrungsknappheit zu reißen. Geparde standen damals schon unter Schutz, doch durch die Dürreperiode erlaubte die Regierung den Farmern, Geparde abzuschießen, um ihr eigenes Vieh zu schützen. Innerhalb weniger Jahre halbierte sich der Gepardenbestand in Namibia. Der Konflikt zwischen Geparden und den Farmern begann von neuem.

Ziegenherde in Namibia in einem eingezäunten
© Dieter Schütz/pixelio.de

Zwischen 1980 und 1991 wurden über 6.000 Geparde von Farmern abgeschossen. Viele Farmer sehen auch heute noch in der Raubkatze eine starke Bedrohung für ihr Vieh. Selbst Geparden, die nur das Farmland durchstreifen, ohne sich in der Nähe des Nutzviehs aufzuhalten, werden gefangen oder abgeschossen. Gepardenschutzorganisationen zahlen den Farmern für jeden lebend eingefangenen Gepard eine Prämie. Es gibt jedoch auch Trophäenfans, die für ein totes Tier viel Geld bezahlen. 150 Geparden-Abschüsse sind von der Regierung jährlich gestattet, die Dunkelziffer liegt jedoch weitaus höher. Trophäenjäger zahlen fast 2.000 € für das Abschießen eines Gepards.

Acinonyx jubatus soemmeringii, Sudan - Gepard
© Zoo Landau

Eigentlich passen Rinder und Kälber nicht in das Beuteschema von Geparden. Die Raubtiere ziehen die schmackhafteren Gazellen vor und jagen ausschließlich diese, wie sie es von der Mutter gelernt haben. Handelt es sich jedoch um kranke oder schwache Raubkatzen oder Jungtiere, die frühzeitig ihre Mutter verloren haben und somit fast jagdunfähig sind, wird sich auch bei Nahrungsüberfluss immer wieder gerne am Viehbestand der Farmer bedient. In den Naturschutzgebieten Namibias hingegen leben nur wenige Geparde, da sie sich das Gebiet mit ihren ärgsten Feinden, Löwen, Hyänen und Leoparden, teilen müssen.


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