Raubkatzenfussspur
                                                                            

                   Gepardenbabys & Kinderstube


Eine Gepardenmutter bewacht ihre 4 Tage alten Babys
© Alf Drosdziok

Geparde haben viele Feinde. Werdende Mütter wählen deshalb für die Geburt einen bestmöglich geschützten Platz, um ihren Nachwuchs vor Feinden - Löwen, Leoparden und Hyänen - zu schützen. Dieser geschützte Geburtsort kann zwischen hohen Büschen, in dichtem Grasbewuchs oder in einer Höhle liegen. Die kleinen Raubkatzen werden mit einem Gewicht von circa 200 g bis 300 g geboren. In den ersten 2 Wochen bleibt der Nachwuchs in der relativ sicheren Erstbehausung. Während dieser Zeit besteht das Dasein der Jungtiere ausschließlich aus saugen und schlafen. Die Cheetah - Geschwister entwickeln bereits in ihren ersten Lebenstagen eine starke Bindung untereinander.

 

 

Fünf Gepardenbabys auf Erkundungstour im Allw
© Allwetterzoo Münster

Junge Geparde haben ein gräuliches Fell und eine silbergraue lange Rückenmähne, die von der Stirn bis zur Schwanzwurzel reicht. Damit ähneln sie, wenn sie sich zwischen hohem Gras verbergen, von weitem einem Honigdachs, dessen Aggressivität von allen Raubtieren gefürchtet wird. Die lange Rückenmähne dürfte somit ein Schutzmechanismus der Natur sein. Das Bauchfell ist wie bei den erwachsenen Katzen weißlich bzw. cremefarbig. Der Geruchssinn ist vom ersten Tag an stark ausgeprägt. Nach 5 bis 10 Tagen öffnen die jungen Raubkatzen ihre Augen und sind sehr lebhaft.


Ein Gepardenbaby wird von der Mutter in ein neues Versteck getragen
© Kirsten Stäber

Ab dem 10. Tag stehen sie selbstständig auf ihren vier Pfoten und beginnen bereits ab der 2. Lebenswoche zu laufen. Nun wechselt die Mutter alle 2 bis 3 Tage das Versteck, um ihren Nachwuchs vor Feinden zu schützen, die durch den Geruch der sich nun fortbewegenden jungen Geparde angelockt werden. Bis zu 90 % der Gepardenbabys fallen in ihren ersten drei Lebensmonaten Fressfeinden zum Opfer: Löwen, Hyänen, Leoparden oder Greifvögeln, wenn die Mutter beispielsweise auf der Jagd ist. Hat ein Raubtier den Geruch eines Jungtieres gewittert, ist das Gepardenbaby verloren. Die Mutter kann ihren Nachwuchs gegenüber anderen Raubkatzen nur selten verteidigen, dazu ist sie zu schwach. Deshalb wird so oft wie möglich das Versteck gewechselt, wo sich die kleinen Katzen still verhalten, bis die Mutter nach ihnen ruft. Beim Tragen zu einer anderen Unterkunft geht die Gepardenmutter mit ihrem Nachwuchs recht ruppig um.

Gepardenbaby klettern gerne
© Dieter/pixelio.de

Um die 3. Lebenswoche brechen bei den jungen Geparden die Zähne durch.

Die Krallen sind während der ersten 4 Lebensmonate einziehbar, weshalb kleine Geparde  sehr gute Baumkletterer sind. Danach lassen sich die Krallen nicht mehr vollständig in die Krallenscheiden einziehen, was aber nicht bedeutet, dass Geparden überhaupt nicht mehr klettern können. Sie finden nur schwieriger Halt.

 Zudem sind die Krallen nicht mehr so spitz, wie bei Jungtieren, sondern stumpf. Das wiederum kommt ihnen später bei Verfolgungsjagden zugute, da sich die Krallen nicht im Erdboden verhaken können, sondern wie Spikes wirken. Dieses Phänomen unterstützt  nicht zuletzt die schnelle Jagdgeschwindigkeit des Acinonyx jubatus.

Vier Gepardenbabys im Allwetterzoo auf Entdeckerto
© Allwetterzoo Münster

Zwischen der 10. und 12. Woche unternehmen die kleinen Raubkatzen die ersten Ausflüge, folgen  ihrer Mutter und fressen die ersten Brocken Fleisch. Die silbergraue Rückenmähne fällt langsam aus, bis auf einen kleinen Streifen vom Kopf bis über den Rücken, der erst vollständig mit dem zweiten Lebensjahr ausfällt. Die Kleinen stellen Jagdszenen nach; eines der Geschwister wird als „Beute“ auserkoren, die anderen versuchen die Beute zu fangen bzw. mit den Vorderläufen deren Hinterläufe zu entern. Dieses Spiel trainiert die Muskeln und die Reaktionsfähigkeit.


Gepardenmutter nach erfolgreicher Jagd
© Alf Drosdziok

Da die kleinen Geparde viele Mineralien benötigen, lecken sie sich gegenseitig den Sand aus dem Fell und nehmen auch Schlamm zu sich. Ab dem 3. Lebensmonat erfolgt die vollkommene Entwöhnung der Muttermilch. Der Nachwuchs wird langsam an feste Nahrung herangeführt. Mit 6 Monaten haben junge Geparde die Hälfte ihrer Größe erreicht und erlernen ganz intensiv die Jagdtechnik von der Mutter. Der Jagdtrieb ist zwar angeboren, aber die Feinheiten schauen sie sich von der Mutter ab. Zuerst übt der Nachwuchs den Tötungsbiss an der bewusstlosen Beute. Später treibt die Mutter die Beute, meistens  junge Gazellen, direkt in die Richtung, in der ihre Jungtiere lauern. Anfangs spielt der Nachwuchs noch mit der Beute und die Mutter übernimmt den Tötungsbiss.


Drei Geparden - Brüder liegen auf einem Erdhügel
© Lothar Henke/pixelio.de

Kommt die Mutter früh ums Leben, sterben auch die Jungtiere, da ihnen die Jagdtechnik nicht angeboren ist. Mit 8 Monaten verliert der Nachwuchs die Milchzähne und das bleibende Gebiss bricht durch.

Mit 14 Monaten gelingt die eigene Jagd.

Mit 16 Monaten werden sie von der Mutter schließlich verlassen und müssen fortan für sich selbst sorgen.

Während weibliche Geparde schnell eigene Wege gehen, bleiben die männlichen Geparde oft noch eine Weile zusammen um gemeinsam zu jagen. Meistens trennen sich die Brüder erst, wenn die Geschlechtsreife beginnt.

 

Zoo - Gepardenbabys

Gepardenbaby, Handaufzucht im Allwetterzoo Mü
© Pia von Steegen

Zoo–Gepardenbabys werden mit einem Mikrochip versehen, der ihnen unter die Haut gesetzt wird. Im Alter von zwei Wochen werden die kleinen Raubkätzchen mit einer Paste entwurmt, die ihnen ins Mäulchen gespritzt wird, genauso wie bei einer normalen Hauskatze. Anfang der 9. Lebenswoche erfolgt die Impfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, die in der 12. Lebenswoche aufgefrischt wird. Kurz darauf wird auch noch gegen Tollwut und Leukose geimpft.

Zoo-Geparden werden mindestens 2 mal jährlich entwurmt und ihr Kot regelmäßig auf Parasiten untersucht. Das Gehege wird beim Entwurmen gründlich gereinigt, damit sich die Raubkatzen nicht sofort wieder anstecken.

Handaufzucht

Handaufzucht eines Gepardenbaby
© Jörn Dewald

Leider ist die Sterblichkeitsrate junger Geparde in Zoos sehr hoch. Sie liegt bei über 30 % innerhalb der ersten sechs Lebensmonate.  Besonders anfällig für Infektionskrankheiten sind Handaufzuchten, da die kleinen Raubkatzen ein sehr  schwaches Immunsystem haben. Neugeborene Geparde benötigen innerhalb von 24 Stunden 12 Flaschenmahlzeiten einer Spezialmilch, die sich aus vielen Komponenten zusammensetzt und nicht vergleichbar ist mit Hauskatzenmilch.  Ab der 7. Lebenswoche bekommen die kleinen Katzen dann, durch einen Fleischwolf gedrehtes, Hühnerfleisch mit beigemengten Vitaminen.

Eine Handaufzucht ist nur im äußersten Notfall empfehlenswert, wenn die Mutter bei der Geburt stirbt oder keine Milch geben kann. Denn Muttermilch ist sehr wichtig für die kleinen Raubkätzchen, um ihre Abwehrkräfte zu stärken. Die Risiken einer Handaufzucht bei Katzen - Felidae - können Durchfall, Koliken und zu weiche Knochen sein.

                                                                            © by Kirsten Stäber
                                                                            © by Astrid Harsch
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