Raubkatzentatzen

              Jagdstrategie des Gepards


 

Ein laufender Gepard, die nicht einziehbaren Krall

© Cheetah deWildt

Sich anschleichende Gepardin
© Kirsten Stäber

 Der Gepard verfügt über eine ausgeklügelte Jagdstrategie. Seine Wendigkeit macht ihn zum Meisterjäger. Mit einer Geschwindigkeit von über 100 km/h hetzt er seine Beute zu Tode. Er jagt alle 2 bis 3 Tage und ist kein Aasfresser, sondern bevorzugt Frischfleisch. Bis zu 10 kg verspeist der Gepard in einem Fraß. Die Beute wird am Bauch geöffnet. Zuerst werden die Innereien gefressen, dann das Muskelfleisch. Knochen und Haut werden verschmäht. Seinen Durst löscht er mit dem Blut seiner Beute. Als Tagjäger nutzt der Cheetah die kühlen frühen Morgenstunden.

 

 

Zwei junge Geparde spielen mit ihrer Beute
© Heiko Richter/pixelio.de

Die Abendstunden sind zudem gefährlich, weil sich dann auch Löwen, Leoparden und Hyänen auf die Jagd begeben – die größten Feinde der Geparde. Zunächst beobachtet der Gepard seine Beute von einem sicheren Versteck aus, pirscht sich dann, im Deckung bietenden Gras der Savanne und auf die Windrichtung achtend, bis auf circa 10 m an das anvisierte Tier heran. Nun hängt alles von seinem Tempo und seiner Geschicklichkeit ab. Der Gepard beherrscht eine perfekte Jagstrategie. Nur wenige Jagdversuche missglücken.

Geschwindigkeit des Gepards

Ein Gepard jagd ein kleines Warzenschwein
© Alfred Krawietz/pixelio.de

Der Gepard ist das schnellste Landsäugetier der Erde. Mit wenigen Sätzen  (ein Gepard springt 7 bis 8 m in seinem Satz) beschleunigt ein Gepard innerhalb von 3 bis 5 Sekunden auf eine Geschwindigkeit von mehr als 100 km/h. Doch diese Hochgeschwindigkeit hält er nur höchstens 500 m durch. Danach ist er erschöpft. Zudem würde eine längere Hetzjagd die Raubkatze überhitzen und ließe ihre Muskeln versauern. Die Atemfrequenz steigt während des Jagdlaufs von 60 Atemzügen auf bis zu 140 Atemzüge pro Minute an und die Körpertemperatur von 38,5° C auf 40° C. Seine flexible Wirbelsäule macht den  Gepard sehr wendig. Bei der Verfolgung der Beute dient der Schwanz als Steuerruder, sozusagen als Balancestock. Schlägt die Beute einen Haken und rennt in eine andere Richtung, kann der Gepard blitzschnell reagieren und ihr folgen. Durch die nicht einziehbaren Krallen, die wie Spikes auf dem Erdboden wirken, rutscht die gefleckte Raubkatze auch bei waghalsigen Wendemanövern der Beute nicht aus, sondern hält die Verfolgung aufrecht.




sprintender Gepard
© Matto Barfuss

An seinen beiden Vorderläufen befindet sich an der Innenseite ein sogenannter „Krallenhaken“, also eine längere gebogene Kralle, die etwas höher sitzt als die anderen Krallen. Mit diesem Krallenhaken entert der Gepard den Hinterlauf seiner Beute, diese stolpert und kommt schließlich seitlich zu Fall. Blitzschnell stürzt sich der Gepard dann  auf den Hals es Tieres und drückt ihm mit den Zähnen fest die Kehle zu. Das Beutetier erstickt. Das muss perfekt funktionieren, denn hat der Gepard seine Beute nicht richtig im Griff, kann er durch deren Hörner so stark verletzt werden, dass er diesen Jagdunfall mit dem Leben bezahlt. Das Jagdverhalten der Geparde ist einzigartig.




Ein junger Gepard übt an einer Gazelle den Ke
© Alf Drosdziok

Da der Gepard kein starkes Gebiss hat, wie Löwen oder Tiger, kann er seine Beute nicht am Genick packen, um sie durch einen Genickbiss zu töten. Durch die Hetzjagd verbraucht das Beutetier sehr viel Sauerstoff und ist geschwächt. Der Kehlbiss gibt dem Beutetier den Rest, die Halsschlagader wird zugedrückt, sodass das Gehirn nicht mehr mit frischem Blut versorgt wird. Das führt innerhalb weniger Sekunden zur Bewusstlosigkeit und schließlich zum Tod. Ein junger Gepard lernt das Töten der Beute von der Mutter.

Wird die Beute nicht innerhalb von 3 Minuten nach Jagdbeginn zu Fall gebracht, kann sie oft entkommen, da die Kräfte des Jägers dann rapide schwinden. Dennoch ist jede zweite Gepardenjagd erfolgreich, was die Geschicklichkeit der Raubkatzen beweist.

Nach einer Jagd muss sich der Gepard erst einmal circa 15 Minuten erholen, bevor er zu fressen beginnt. Weibliche Tiere lassen in dieser Erholungsphase ihre Jungen fressen. Doch diese Ruhezeit ist gefährlich, denn wenn die Geier über der Beute des Gepards kreisen, werden auch Löwen und Hyänen aufmerksam. Diese trachten danach, dem Gepard den Riss rasch wegzunehmen. Da der Gepard die schwächste aller Raubkatzen ist, haben es seine Feinde leicht. Geparde lassen es nur selten auf eine Konfrontation ankommen. Eine Gepardin mit Nachwuchs benötigt ungefähr 150 Beutetiere im Jahr.

Drei Geparden zerren an den Resten eines erlegten
© Alf Drosdziok

Weibchen gehen meistens allein oder in Begleitung ihres Nachwuchses auf Jagd. Männchen hingegen jagen oftmals im Rudel von bis zu 6 Wurfbrüdern. In der Gruppe fühlen sich Geparde stark und greifen nicht nur kleine Beutetiere an, wie Gazellen, sondern auch junge Zebras und Gnus.

Trotz der brüderlichen Verbundenheit wird um die schmackhaftesten Beutestücke  sehr kämpferisch gerungen. Innerhalb von 15 Minuten verspeist ein vierköpfiger männlicher Cheetah - Clan eine Impala.


                                                                                                                                      Geparden-Sprint >>

© 2010 - 2016 by gepardenwelt