Raubkatze

                           Krankheiten der Geparden

Durch die einst weltweite Dezimierung der Gepardenbestände (genetischer Flaschenhals) sind die Genvarianten der Katzen stark reduziert. Das dadurch geschwächte Immunsystem ist anfällig für Krankheiten, Viren und Bakterien. Je weniger Tiere einer Art überleben, desto größer ist die Inzucht. In freier Wildbahn werden die großen Katzen immer wieder mit tödlichen Krankheitserregern konfrontiert.  Geparde die in Namibia mit ungeimpften Hunden und Katzen Kontakt haben stecken sich schnell mit Erregern an. Auch einige der in Zoos und Tierparks gehaltenen Geparde werden immer wieder von Viren und Bakterien befallen, was die weltweite Gepardenzucht deutlich erschwert. Dazu zählen vor allem Felines Herpesvirus, multiple Magenulcera, Nierenerkrankungen und neurodegenerative Erscheinungen (Lähmungen in denHinterläufen). Im Zoo von Oregon wurden einst 43 Geparde  in einem Gehege gehalten,  die sich mit Coronaviren infizierten. Geparde sind Einzelgänger und auf eine Massenhaltung  und damit einem Pathogenaustausch nicht ausgerichtet. Eine Liste der bedrohlichsten Erreger mit kurzer Erläuterung beschreibt die gefährlichsten Viren und Bakterien.

Forscher entdeckten jedoch im Jahr 2011, dass die genetischeVielfalt bei Geparden größer ist als bislang angenommen. Die Hoffnung dass die Gepardenpopulation sich erholt, wächst.

Anthrax Milzbranderreger

Das Bacillus anthrax ist ein Erreger, der sich entweder auf der Haut, in der Lunge oder im Darm festsetzt. Der Hautmilzbrand äußert sich durch eitergefüllte Bläschen, die, wenn sie miteinander verschmelzen, in die Blutbahn eindringen und eine Blutvergiftung auslösen. Lungenmilzbrand verläuft wie eine schwere Lungenentzündung mit Fieber, Husten, Atemnot und blutigem Auswurf. Darmmilzbrand macht sich bemerkbar durch blutiges Erbrechen und blutigen Kot. Übertragungswege sind der Verzehr von rohem Fleisch oder das Einatmen von Milzbrandsporen. Auf namibischen Wildtierfarmen starben bereits15 Geparde an Milzbrand.

AA-Amyloidose

Eine Krankheit, die häufig in Verbindung mit Entzündungen auftritt und vor allem die Nieren befällt, bis hin zum Nierenversagen. Betroffen sind vor allem Junggeparden. Auslöser ist ein Protein, das normalerweise löslich, plötzlich feste Ablagerungen bildet und sich in den inneren Organen festsetzt. Übertragungsweg vermutlich durch Kot.

 

BSE – Bovine spongiform encephalopathy

Auch „Rinderwahn“ genannt. Abnorm gefaltete Prionproteine setzen sich im Gehirn fest und zwingen den vorhandenen Prionen ihre veränderte Struktur auf. Das Gehirn wird schwammartig durchlöchert und damit unwiederbringlich in seinen Funktionen gestört. Befallene Tiere straucheln, fallen hin und die Muskelnzittern.

Der genaue Auslöser der Seuche ist unbekannt. Es gibt nur Vermutungen, zum Beispiel, dass die Seuche unter dem Nutzvieh vermutlich durch Tiermehl übertragen wird. Bei Zoogeparden oder wild lebenden Tieren, direkt durch Fleischverzehr der Innereien von erkrankten Tiere.

Babesiosis

Infektionskrankheit durch einzellige Zellparasiten, die von Zecken übertragen werden, welche die roten Blutkörperchen befallen und eine Blutarmut hervorrufen.Vornehmlich bei Hunden, aber auch bei Zootieren.

Die ersten Krankheitszeichen sind Fieber, Verweigerung der Nahrungsaufnahme und Gewichtsverlust. Nach wenigen Tagen tritt eine Blutarmut ein, in Verbindung mit Wasseransammlungen, Haut- und Schleimhautblutungen. Auch Störungen des Bewegungsapparates können möglich sein bei fortgeschrittenerKrankheit.

Babesia canis rossiwird durch eine Zecke der Gattung Haemaphysalisleachi übertragen und kommt bislang nur südlich der Sahara vor.

CDV – Canine Distemper Virus

Bekanntauch als Hundestaupevirus. Ein behülltes Virus, das auch eine Infektion bei Großkatzen auslöst. Es kommt zu Schüttelkrämpfen. CDV dezimierte 1994 fast einganzes Löwenrudel im Serengeti Park in Tansania.

FIV – Feline Immunodeficiency Virus

Auch Katzenaids genannt, ist eine Vireninfektion, deren Erreger das Immunsystemgehörig schwächen. Auslöser ist das  FIV – Virus, das zu den Retrovirengehört. Hauptübertragung erfolgt höchstwahrscheinlich durch Bisswunden infizierter Tiere an nicht infizierten Tieren. Die Krankheit ist nicht heilbar.

Erste Anzeichen sind Fieberbegleitet von angeschwollenen Lymphknoten, Appetitlosigkeit, Entzündung der Atemwege. Im Weiteren Verlauf zeigen sich Entzündungen des Zahnfleisches, des Bindehautgewebes und der Maulschleimhäute. Bei einigen Tieren kommt es zu Krämpfen. Weitere Infektionen mit anderen Erregern können dann infolge der Immunschwächung zum Tode führen.

FIP – Feline Infektiöse Peritonitis

Auslöserist das hochinfektiöse Corona-Virus. Einer der Übertragungswege ist der Kontakt mit Vireninfiziertem Kot, ein anderer der Kontakt mit dem Virus auf verunreinigten Gegenständen. Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Fieber sind die ersten Symptome. Flüssigkeitsansammlungen in der Bauch- und Brusthöhle können zu schwerer Atemnot führen. Geparde die mit dem Virus in Kontakt kommen, haben eine Sterblichkeitsrate von 50%.

FSE – Feline Spongiformen Enzephalopathie

Eine Seuche, ähnlich wie BSE, jedoch bei lebenden Tieren nicht nachweisbar. Wird volkstümlich auch Katzenwahn genannt und ist eine übertragbare Gehirnerkrankung. Hirnsubstanz und Nervenzellen sind schwammartig durchlöchert. Infektionsherd ist rohes infiziertes Gehirn- oder Rückenmark, das gesunde Tiere fressen. Die Inkubationszeit kann durchaus mehrere Jahre betragen.

Symptome sind Gleichgewichtsstörungen, die Hinterbeine lahmen. Geparde gehören zu den Opfern.

H1N1 – Schweinegrippevirus

1930 wurde der Erreger erstmals bei Schweinen diagnostiziert, ist aber fürSchweine völlig harmlos. Irgendwann mutierte das Virus zu einer Mischung aus Schweine- Vogel- und Menschenvirus zum Typ A des Erregers H1N1. Das A-H1N1 Virus gehört zur Influenza Gruppe und verbreitet sich über eine Tröpfcheninfektion. In den Atemwegen nistet es sich dann in einer Wirtszelle ein, um sich zu vermehren. Fieber, Müdigkeit  und Erschöpfung können die ersten Anzeichensein.

2009 wurde ein Gepard in den USA mit dem H1N1 Virusinfiziert.

Katzenschnupfen

Katzenschnupfen ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen der Atemwege, der Schleimhäute, der Nase und Augen, ausgelöst durch verschiedene Viren und Bakterien. Hauptauslöser sind allerdings Herpesviren. Zoogeparden werden generell gegen Katzenschnupfen geimpft.


                                                        FEHV-1- Feline Virale Rhinotracheitis


Der Erreger befällt hauptsächlich katzenartige Tiere. Die Symptome äußern sich in starkem Nasen – und Augenausfluss, verbunden mit Bindehautentzündungen. An der Zunge können sich Geschwüre bilden. Begleitet wird das Krankheitsbild von Fieber und der Weigerung der Nahrungsaufnahme.


                                                                FCV- Felines Valicivirus


Valiciviren werden durch direkten Kontakt mit einem infizierten Tier übertragen. Die Erreger vermehren sich zuerst im Rachen, der Maulschleimhaut und den Bindehäuten. Nach einigen Tagen gelangt das Virus über den Blutkreislauf in den gesamten Körper und befällt mit Vorliebe die Lungen. Fieber und starker Nasenausfluss sind die Symptome.


                                                                   FelineChamydiose


DieInfektion wird durch das Virus Chlamydophila felis hervorgerufen. Auch hier kommt es zu Augenausfluss, der auch eitrig seien kann.


                                                               FelineBordetella-Infektion


DieInfekrtion durch den Erreger Bordetella bronchiseptica schädigt die Atemwege und äußert sich durch Fieber, Husten und Schnupfen, sowie durch Nasen- und Augenausfluss. Ab und an treten Atembeschwerden und Atmungsgeräusche auf.


                                                            FelineMykoplasmen- Infektion


Bindehaut- und Nasenschleimhautentzündung.

 

Panleukopenie – Katzenseuche

Virusbedingte Katzenkrankheit, die häufig tödlich verläuft. Auslöser ist das Feline Panleukopenie-Virus. Weltweite Verbreitung, betrifft alle Arten der Katzenfamilien. Ansteckungsherde sind infizierter Kot, Nasensekret oder Urin. Der Erreger dringt durch die Nasen- oder Maulschleimhäute in den Köper ein und nistet sich sofort im Darm, im Knochenmark oder im Lymphsystem ein. Es kommt zublutigen Durchfällen und zur Abnahme der weißen Blutkörperchen, Nasenausfluss und Bindehautentzündungen treten genauso auf wie Fieber und Erbrechen.

Myelopathie

Durch eine Genmutation wird das Rückenmark geschädigt und das Nervensystem angegriffen. Bei erkrankten Tieren bemerkt man unkoordinierte Bewegungen der Hinterbeine, die Tiere fallen um. Diese Krankheit, die nur Geparde befällt, verläuft völlig schmerzlos. Eine Erfolg versprechende Behandlungsmethode gibt es bisher nicht.

Salmonellen

Bakterien, die Menschen und Tiere befallen. Salmonellen werden oft durch verunreinigtes und abgestandenes Wasser, verseuchtes Geflügel oder durch Ausscheidungen erkrankter Lebewesen übertragen. Durchfall und Erbrechen stellen sich ziemlich rasch ein.

Tollwut

Tollwut ist eine Virusinfektion, die bei Tieren eine tödliche Gehirnhautentzündung auslöst. Der Infektionsweg erfolgt fast immer über einen Biss. Aber auch kleine Verletzungen ermöglichen das Eindringen des Virus. Von der Eintrittstelle wandert das Virus in das Zentralnervensystem und breitet sich dann in andere Organe aus. Durch Speichel kann es dann weiter verbreitet werden. Befallene Tiere sind äußerst aggressiv und bisswütig. Schaum vor dem Mund tritt auf, begleitet von einer Lähmung. Ungefähr 8 Tage nach Ansteckung tritt der Tod ein.

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