Raubkatze
                              Matto Barfuss

Leben für Geparden

Tierfilmer Matto Barfuss mit Gepard
© Matto Barfuss

Matto Barfuss, bekannt als der "Gepardenmann", UNESCO-Preisträger und Tierfilmer, Tierfotograf, Zeichner und Tierschützer, lebte 17 Wochen lang, auf allen Vieren kriechend, mit einer Gepardenfamilie in der Serengeti zusammen. Am Anfang der Begegnung stand eigentlich nur ein Geparden Fotoshooting auf dem Programm. Nach langem Suchen erspähte Matto endlich eine Gepardin in der  endlos scheinenden Savanne und richtete gerade das Kameraobjektiv auf die Raubkatze, als sich dicht neben ihr etwas bewegte.

Gepardenzeichnung von Matto Barfuss
© Matto Barfuss

Matto schaute genauer hin und erkannte 5 Jungtiere. In jenem Moment verschoss der Naturliebesgott all seine Pfeile und sie trafen direkt in Mattos Herz. Drei Wochen lang folgte Matto der Gepardenfamilie mit dem Geländewagen, um sie zu beobachten. Schließlich stieg er aus und legte sich ins Gras. Aus den Augenwinkeln heraus beobachtete er die junge Raubkatzenmutter, die er Diana taufte, während ihre Jungen neugierig näher kamen. Sie umzingelten ihn, beschnupperten seine Schuhe, seine Kleidung, fauchten ihn an, wichen ängstlich zurück, um keine Sekunde später wieder dicht neben ihm zu sein. Auf allen Vieren robbte Matto in den folgenden Tagen an der Seite der Jungtiere durch die Savanne. Die Gepardin saß dabei immer in sicherer Entfernung und beobachtete das Treiben ihres Nachwuchses sehr aufmerksam mit Argusaugen.

Gepardenzeichnung von Matto Barfuss
© Matto Barfuss

Schließlich verlor auch Gepardenmutter Diana ihre Scheu, schritt elegant und behutsam auf den im Gras liegenden Matto zu und schnupperte ganz sanft und vorsichtig an Mattos Nase. Der Bann war gebrochen, Matto als einer der ihren anerkannt. Matto lernte die Gepardenlaute, wie man sich gepardisch untereinander verständigt. 17 Wochen zog er mit der Gepardenfamilie durch die Serengeti. Doch die Wanderungen wurden immer länger und Matto konnte nicht mehr mithalten. Schließlich hieß es, schweren Herzens, Abschied zu nehmen. Aber Matto kam wieder, nach 2 Jahren, und traf auf eine der Töchter von Diana, auf seine ehemalige Spielkameradin. Jene hatte mittlerweile selber Nachwuchs. Sie erkannte Matto sofort. Diesmal schloss er sich für 8 Wochen ihrer Familie an. Als Matto wieder nach Hause zurückkehrte, entstanden der Film Der Gepardenmensch und zwei Bücher.

Leben für Geparden

Bunjee blickt sehr aufmerksam
© Kirsten Stäber

1998 gründete Matto Barfuss den Verein Leben für Geparden e.V., um die vom Aussterben bedrohten Raubkatzen zu schützen. „Leben für Geparden, e.V.“ beteiligt sich in vielen Ländern Afrikas mit verschiedenen Projekten am Arten- und Gepardenschutz. In Botswana konzentriert sich der Verein auf die Erforschung der Lebensräume und der Lebensumstände bedrohter Tierarten. Der Schwerpunkt für den Gepardenschutz liegt in der Zentralkalahari, im Central Kalahari Game Reserve im Nordwesten Botswanas; einem der wichtigsten Gebiete für den Geparden. Erforscht werden das Verhältnis zwischen Löwen und Geparden und insbesondere die Auswirkung der Veterinärschutzzäune auf deren Entwicklung. Auch in Botswana gibt es große Mensch-Tierkonflikte.


Gepardenjungtier
© Kirsten Stäber

In Sambia startete 2003 das Projekt „Wildlife Schulbuch“, welches dort auf die Mensch-Tierkonflikte hinweist und der Bevölkerung die Angst vor ihrem Naturgut nehmen soll. Schüler in Sambia erhalten ein Buch, in dem die wilden Tiere ihres Landes abgebildet sind. Demnächst werden Wildlife Lehrer eingestellt, die die Schüler unterrichten werden, wie man mit wilden Tieren umgeht und das einmalige Wildtieraufkommen Sambias schützt. Viele Kinder kennen die Tierwelt ihres Landes kaum und sahen erstmals in dem  Wildlife Schulbuch Geparden und andere Raubkatzen. Die Devise lautet: "Die Zukunft gestalten im Einlang mit der Natur".

 

 

Cheetah Wildlife Education Fund

Gepardenbaby
© Kirsten Stäber

2002 begann der Cheetah Wildlife Education Fund in Namibia mit seiner Arbeit. Diese Organisation wurde ebenfalls von Matto Barfuss gegründet, unter dem Dach des Vereins „Leben für Geparden“. Der Cheetah Wildlife Education Fund ist sehr vielseitig tätig. Die Mitarbeiter sammeln von Farmern in Fallen gefangene Geparde ein und pflegen bzw. halten sie im 65.000 Hektar großen Wildtierreservat Erindi, um sie nach einer gewissen Quarantänezeit wieder in die Freiheit zu entlassen. Einige der Tiere werden mit Sendehalsbändern ausgestattet und von den Mitarbeitern begleitet, um zu erfahren, auf welchem Territorium sie sich bewegen, wie ihre Jagderfolge sind und ob sie sich vermehren. Zudem erforscht der Cheetah Wildlife Education Fund, wie sich Geparden, die ja Einzelgänger sind, in Gefangenschaft in Gruppen verhalten. Zudem fördert der Fund die Jagdfähigkeit verletzter oder verwaister Geparden.

Der Gepard, Afrikas elegante gefleckte Raubkatze
© Kirsten Stäber

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