Raubkatzentatze
                          Lebensraum der Geparden

Ein Gepard streift fast unsichtbar durch das hohe
© Siegbert Heine/pixelio.de

Der Lebensraum der Geparden erstreckt sich südlich der Sahara. Geparden leben in heißen, schattenarmen Trockensavannen, lichten Baumsteppen, Halbwüsten und in Feuchtsavannen, auch bis auf Höhen von 2.000 m. Die Raubkatzen bevorzugen offene hohe Graslandschaften, weil sie in jener baumarmen Vegetation genug Deckung finden, um sich nahe genug an Beutetiere anzuschleichen und sie ihre Jagdschnelligkeit  in solchen Gebieten ungehindert ausüben können. Zudem schützt das hohe Gras die gefleckten Raubkatzen vor Feinden. In den zentralafrikanischen Regenwäldern sucht man vergeblich nach der großen Katze.


Gebietskarte Geparden - Bestand

Karte des Gepardenbestandes 2011

Geparden - Vorkommen in Afrika

Geparden begegnet man in Afrika vornehmlich südlich der Sahara: Angola, Äthiopien, Benin, Botswana, Burkina Faso, Djibouti,Eritrea, Kamerun, Kenia, Malawi, Mali, Mosambik, Namibia, Nigeria, Sambia, Senegal, Simbabwe, Somalia, Südafrika, Sudan, Swasiland, Tansania,Togo, Tschad, Uganda. Sehr kleine Populationen werden in der Sahara in Niger, Algerien und Libyen gesichtet.

Aufmerksamer Gepard
© Pia von Steegen

Algerien: (Sahara-Geparde) Im Ahaggar Nationalpark, im Süden Algeriens, und im Tassilli Nationalpark, im Südosten des Landes, werden vereinzelt Geparden gesichtet. Die Zahl der dort lebenden Geparde wird auf circa  40 Exemplare beziffert.

Nord-Ost-Niger: Im Wüstengebiet Termit wurde ein 38.000 Quadratkilometer großes  Schutzgebiet eingerichtet, in welchem eine Gepardenpopulatiuon von ungefähr 10 Tieren vermutet wird.

Libyen: Vereinzelt werden Geparde im südlichen Libyen gesichtet.


Elefantenherde im Krüger Nationalpark / S
© Janine Grab-Bollinger/pixelio.de

Südafrika: Die Wildnis Südafrikas beherbergt ungefähr 1.000 Geparden. Die meisten leben in den großen Nationalparks: Krüger Nationalpark, Kgalagadi Transfrontier Park sowie im Mountain Zebra Nationalpark. Der Krüger Nationalpark liegt in Nordosten des Landes auf einer Fläche von circa 19.000 km² und grenzt an den Nachbarstaat Mosambik, wo er in den Limpopo Nationalpark übergeht. Er zählt zu den größten Nationalparks Afrikas. Im Mountain Zebra Nationalpark wurden wieder Geparden angesiedelt. Er liegt etwa 200 km nördlich von Port Elisabeth.


Eine Löwenfamilie in Botswana, im Okawanga De
© Siegbert Heine/pixelio.de

Botswana: Botswana wird als Garten des südlichen Afrika bezeichnet. Das Land weist eine enorme Tierartenvielfalt auf. Ob im Chobe Nationalpark, im Nxai Nationalpark, der Kalahari oder im weitverzweigten Okawanga Delta: die Tierwelt ist einzigartig und zahlreich. Der Chobe Nationalpark wurde 1967 als erster Nationalpark Botswanas gegründet und umfasst 10.566 km². Der Nxai Pan Nationalpark hat eine Fläche von circa 2.500 km², grenzt nördlich an die Kalahari und liegt auf der Wanderroute vieler Tierherden, die aus dem Okawanga Delta in den Hwange Nationalpark nach Simbabwe ziehen. In den Nationalparks von Botswana lebt eine gesunde Geparden-Population.

 

 

Gnuherde in Namibia
© Dieter Schütz/pixelio.de

Namibia: In Namibia lebt die größte Gepardenpopulation von circa 2.500 Raubkatzen größtenteils auf kommerziellem Farmland. Da es in Namibia sehr wenige Löwen gibt, dem natürlichen Feind der Geparde, leben die Raubkatzen in beinahe feindlosem Gebiet, wären da nicht die Farmer, die immer wieder Geparde abschießen, um ihre Viehbestände zu schützen. Zudem sind viele Geparde im Etoscha Nationalpark anzutreffen, dem drittgrößten Nationalpark Afrikas, einem 22.200 km² großem Naturschutzgebiet im Norden Namibias, das komplett eingezäunt ist.






Angola: Im Iona Nationalpark, der etwa 1,6 Millionen Hektar umfasst und sich im Südwesten Angolas befindet, wurden einige wenige Geparden gesichtet. Die genaue Anzahl konnte noch nicht ermittelt werden. Die dortige offene Savannenlandschaft stellt den idealen Lebensraum für Geparde dar.



Blick auf die Serengeti
© Ulla Trampert/pixelio.de

Kenia / Tansania: Die Serengeti, eine baumarme Savannenlandschaft, dessen Bergwelt bis zu 1.800 m hoch ist, erstreckt sich über circa 30.000 km² auf den Staatsgebieten Kenias und Tansanias. Sie bietet ungefähr 300 Geparden ein Zuhause. In der Serengeti ist die Sterblichkeitsrate junger Geparde am höchsten – und dort ganz besonders im Ngorongoro-Krater –, denn ungefähr 75 % der jungen Katzen werden von Hyänen und Löwen  in den ersten Lebensmonaten getötet. Die Geparde teilen sich das Gebiet mit geschätzten 3.000 Löwen und 8.000 Hyänen.




Landschaft in Simbabwe
© Kathy 1976/pixelio.de

Zimbabwe / Mosambik: Circa 10 % der Landesfläche von Zimbabwe sind  als Nationalpark ausgewiesen. Die beiden größten Nationalparks sind der Hwange Nationalpark und der Gonarezhou Nationalpark. Der  im Westen des Landes liegende Hwange Nationalpark umfasst 14.650 km² und grenzt an Botswana. Der  Gonarezhou Nationalpark grenzt an den Limpopo Nationalpark in Mosambik sowie an den Krüger Nationalpark in Südafrika. Die Tiere können sich  nun nach Kriegsende, nachdem die Grenzzäune zwischen Mosambik und Südafrika entfernt sind, länderübergreifend bewegen.

 

 


Ein Gepard durchstreift sein Revier
© Kirsten Stäber

Süd-West-Niger / Benin / Burkina Faso: Der 10.000 km² große Parc National du W erstreckt sich über ein Gebiet, das zu drei afrikanischen Staaten gehört und beherbergt geschätzte 30 Geparden. Hinzu kommt die auf etwa 40 Tiere geschätzte Gepardenpopulation im Pendjari Nationalpark in Benin. Und im Tamit Massiv im Niger werden zwischen 30 und 40 Exemplare des Acinonyx jubatus sommeringii vermutet.

Togo: Das Oti-Mandouri Schutzgebiet sowie der Fazao Nationalpark bieten Geparden eine Heimat. Die Bestände sind allerdings sehr gering. Genaue Zahlen sind leider nicht bekannt.


Geparden - Vorkommen in Asien

Um 1900 lebten Geparde noch in 11 asiatischen Staaten. Bis 1950 wurde der Gepard in Asien fast ausgerottet, bis auf eine kleine Population, die im Iran erhalten blieb. In Indien beginnen die Behörden gerade damit, Geparden aus dem Iran und Afrika wieder in Nationalparks anzusiedeln.

Ein Gepard im Iran streift durch die karge Bergwel
© Iranian Cheetah Society

Iran: Im nördlichen Iran, der Yazd-Provinz und der Semnan-Provinz, am Rande der Salzwüste Dasht-e-Kavir, lebt noch eine kleine Population von etwa 100 Tieren der asiatischen Geparde, die sich genetisch von den afrikanischen Geparden unterscheiden. Im 14.000 km² großen Kharturan-Schutzgebiet in der Semnan-Provinz sowie im 15.000 km² großen Naybandan-Tabas-Nationalpark in der Yazd-Provinz werden sechs separate Gepardenbestände vermutet, die in den Gras- und Steppenlandschaften Hasen und Gazellen jagen.


Indischer Nationalpark, KUNO Wildreservat
© Dieter Schütz/pixelio.de

Indien: Die indische Regierung plant bis 2012 die Neuansiedlung von Geparden in einem extra dafür eingerichteten Naturschutzgebiet im indischen Bundesstaat Madhya-Pradesh. Vorgesehen ist das KUNO-Wildreservat, ein über 1.200 km² großes, teilweise hügeliges Schutzgebiet, das vorwiegend aus Grasland und Savannen besteht. 1947 verschwand der letzte Gepard in Indien, in Madhya-Pradesh. In diesem Naturschutzgebiet sind für die Geparden ausreichend Beutetiere vorhanden: indische Gazellen, Axishirsche, Nilgauantilopen und Wildschweine. In dieser Region leben nur wenige Raubtiere.


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