Raubkatzentapse
                                             Zoo Geparden

Geparden im Zoo Bernburg
© Kirsten Stäber

Gepardendamen sind sehr anspruchsvoll in der Partnerwahl. Eine erfolgreiche Zucht in Gefangenschaft gelingt nur, wenn das Zusammenführen der Geschlechter behutsam vorbereitet wird. Aus einem dem EEP angeschlossenen Zoo wird ein Kater zum Weibchen eingeflogen. Über mehrere Wochen hinweg werden Weibchen und Männchen abwechselnd in das Paarungsgehege gelassen, um ihre eigenen Duftmarken anzubringen und die des Partners zu beriechen. Das fördert die Paarungsbereitschaft. Schließlich werden Katze und Kater während der Paarungstagen zusammengeführt um sich zu paaren. Wird die Katze nicht tragend, was sehr häufig passiert, liegt es an der Wahl des Katers. Dann entsprach der Kater halt nicht den Vorstellungen der Geparden - Dame.

Gepardenweibchen
© Kirsten Stäber

Hat der Deckakt geklappt und die Gepardin ist tragend, wird sie genau von den Pflegern beobachtet um bei Komplikationen während der Schwangerschaft sofort tierärztlich einschreiten zu können. Zudem wird im Innengehege eine Kamera installiert, welche die Gepardin Tag und Nacht überwacht. Naht der Geburtstermin sind Pfleger und Tierärzte in Alarmbereitschaft. Die Geburt wird über einen Monitor verfolgt und bei Komplikationen sofort einschreitende Maßnahmen ergriffen. Ist das Leben der Mutter und ihres Nachwuchses in Gefahr, wird ein Kaiserschnitt vorbereitet.

Gepardenbaby in der Wurfbox
© Kirsten Stäber

Für die Geburt steht der Gepardin eine weich ausgepolsterte Kiste, die Wurfbox, zur Verfügung, in welcher die Gepardenbabys geboren werden. Nach der Geburt bleibt die Mutter mit ihrem Nachwuchs für mindestens 6 Wochen in dieser Wurfbox, mit nur sehr wenigen Kontakten zu den Pflegern. Denn Stress und Hektik können dazu führen, dass die Mutter das Interesse an ihrem Nachwuchs verliert. Zudem wird der Nachwuchs ängstlich und scheu.

Entwurmung eines Gepardenbabys
© Allwetterzoo Münster

Die Jungtiere werden nach einigen Tagen erst einmal einem großen Gesundheitscheck unterzogen. Sie werden gewogen, abgetastet, abgehorcht, ob Herz und Lunge gesund sind und normal arbeiten, und natürlich werden auch Zähne, Augen und Ohren kontrolliert. Im Alter von zwei Wochen werden die kleinen Raubkätzchen mit einer Paste entwurmt, die ihnen ins Mäulchen gespritzt wird, genauso wie bei einer normalen Hauskatze. Anfang der 9. Lebenswoche erfolgt die Impfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, die in der 12. Lebenswoche aufgefrischt wird. Es folgt noch die Impfung gegenTollwut und Leukose.

 

Gepardenbabys
© Kirsten Stäber

Von den rund 80 Zoos, die mit etwa 300 Tieren dem EEP angeschlossen sind, dürfen sich jährlich nur etwa ein Dutzend Mitglieder über Gepardengeburten freuen. Weltweit werden ungefähr 1000 Geparde in Zoologischen Gärten und Tierparks gehalten. Die Anschaffungskosten für einen Gepard liegen zwischen 7000 € - 10.000 €. Für einen Königsgepard wird zwischen 20.000 € - 50.000 € gezahlt, je nach Nachfrage. Zusätzlich bekommt jedes in Europa geborene Gepardenbaby einen mit einer Nummer versehenen Mikrochip unter die Haut gesetzt, mittels welchem das Tier jederzeit identifiziert werden kann.

Gepardenbabys
© Kirsten Stäber

Leider ist die Sterblichkeitsrate junger Geparde in den Zoos sehr hoch. Sie liegt bei über 30 % innerhalb der ersten sechs Lebensmonate. Besonders anfällig für Infektionskrankheiten sind Handaufzuchten, da die kleinen Raubkatzen ein sehr schwaches Immunsystem haben. Neugeborene Geparde benötigen innerhalb von 24 Stunden 12 Flaschenmahlzeiten einer Spezialmilch.

Ernährung der Zoo - Geparden

Gepard mit seiner täglichen Fleischration
© Kirsten Stäber

Zoo-Geparden bekommen täglich 2 kg Rindfleisch, dazu Innereien wie Herz, Leber und Nieren.

Ebenfalls auf dem sehr abwechslungsreichen Speiseplan stehen Kaninchen, Meerschweinchen, Kalb, Schaf, Ziegenfleisch und Hühner.

Zusätzlich wird ein Vitamincocktail aus den Vitaminen A, B-Komplex, und E gereicht, sowie verschiedene Mineralien.

Einmal wöchentlich müssen die Geparde einen Fastentag einlegen.

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